Zehn Prozent der europäischen Versicherer müssten im Falle einer schweren Krise zusätzliches Kapital aufnehmen. Die Europäische Regulierungsbehörde European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) hat jetzt die Ergebnisse ihres Stresstests für Versicherungen veröffentlicht.
Mit dem Stresstest wird die Stabilität der Gesellschaften in Krisensituationen geprüft. Zehn Prozent der getesteten Unternehmen konnten die Vorschriften des ab 2013 geltenden Regelwerks Solvency II nicht erfüllen. Sie würden bei stark fallenden Aktienkursen, einem massiven Zinseinbruch oder Naturkatastrophen unter die Mindestkapitalschwelle rutschen. Weitere acht Prozent hätten das Szenario einer Inflation nicht überstanden.
Gut gerüstet für den Ernstfall
Die im Stresstest durchgefallenen Versicherer bräuchten im ungünstigsten Falle zusätzliche 4,4 Milliarden Euro Kapitalbedarf. Im Vergleich zu dem von der Branche erzielten Überschuss von 425 Milliarden Euro ist dies aber ein relativ geringer Betrag. Insofern sind die europäischen Versicherungsunternehmen für den Ernstfall gut gerüstet.