Ab 2009 soll die Mehrheit der gesetzlich Versicherten einen einheitlichen Beitragssatz von 15,6 Prozent des Bruttolohns zahlen. Wie die Onlineausgabe des "SPIEGEL" berichtet, werden die gesetzlichen Krankenversicherungen damit im Rahmen des Gesundheitsfonds 0,7 Prozentpunkte mehr als heute verlangen. Konkret bedeute das eine zusätzliche jährliche Belastung von etwa 300 Euro pro Versicherungsmitglied, wie die Berechnungen der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) ergaben.
Das Modell des Gesundheitsfonds sieht vor, dass alle Krankenkassen ab nächstem Jahr den gleichen Beitragssatz verlangen. Die Einnahmen sollen gesammelt und dann an die Versicherten ausgeschüttet werden. Gesetzlich geregelt ist, dass eine Kasse einen Beitrag von bis zu einem Prozent des Monatseinkommens oder einkommensunabhängig etwa 8 Euro von ihren Mitgliedern zusätzlich verlangen kann, sollte sie mit dem eigentlichen Beitrag finanziell nicht haushalten können. Der Versicherte habe dann das Recht, sein Sonderkündigungsrecht zu nutzen.
Nach Angaben des "SPIEGEL" fürchtet die AOK Zusatzkosten von 2,5 Milliarden Euro allein durch das höhere Honorar, das Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) niedergelassenen Ärzten versprochen habe. Die stationäre Versorgung sei laut AOK nur mit weiteren 1,5 Milliarden Euro gewährleistet. Kassenmanager kritisierten das Entgegenkommen der Gesundheitspolitiker von Union und SPD gegenüber Ärzten oder Krankenhäusern als Wahlkampfgeschenke, schreibt der "SPIEGEL".
Bereits 2008 habe laut "SPIEGEL" fast jede zweite Krankenkasse ihren Beitrag gegenüber dem Vorjahr erhöht. Nur fünf Kassen hatten zu Beginn 2008 ihren Beitragssatz gesenkt.